Die traurige Geschichte einer gekochten Möhre

Die traurige Geschichte einer gekochten Möhre

Von Menschen, die auf ihr Essen achten, werde ich sehr oft gefragt „Was ist den so schlimm am Kochen? Gemüse ist doch gesund und gekocht ist es doch auch besser verdaulich.“

Ist Gemüse im gekochten Zustand besser verdaulich?

Nein, natürlich nicht. Eine Denaturierung und Zerstörung KANN nicht gesund oder gar besser sein. Das ist unlogisch. Der Mensch hat Millionen Jahre lang rohe, vitamin- und nährstoffreiche Lebensmittel direkt der Natur entnommen und verzehrt. Darauf ist unser gesamtes System ausgerichtet und daran hat sich nichts geändert. Dafür sind die 32.000Jahre einfach zu kurz, seit der (Er)Findung des Feuers, in denen sich der Darm teilweise an denaturierte Speisen gewöhnen musste. Ein Wimpernschlag in der Entwicklung der Menschheit.

Ein häufiges Argument: Der Darm hat weniger Arbeit mit gekochtem Gemüse

Ja, natürlich hat der Darm weniger Arbeit, wenn er die Möhren bereits als Brei vorgesetzt bekommt, aber wem dient das? Dafür ist er ja nicht gemacht. Er ist ein leistungsfähiger Muskel, mit der Aufgabe, durch seine Peristaltik, Bakterien und Enzyme die Nahrung aufzuspalten, an die bedürftigen Zellen abzugeben und den Rest, schön ordentlich ausgetrocknet und zusammengepresst nach unten weiter zu leiten. Alle seine Werkzeuge sind darauf spezialisiert, natürliche Lebensmittel zu verarbeiten.

Viele Menschen leiden unter Darmproblemen

Genau da beißt sich die Katze in den Schwanz. Wir haben Darmprobleme WEIL wir mit diesem großartigen Organ gegen seine Natur umgegangen sind und als Antwort geben ihm viele Ernährungsberater oder Helfer aus allen heilenden Gewerben …. toten, entvitaminierten, gekochten Brei. Es stimmt. Natürlich, hat der Darm viel weniger Arbeit, einen Brei zu entsorgen. Aber dann frage ich mich immer, warum rennen die Menschen alle in die MuckiBude und trainieren mehrmals die Woche um noch eine Scheibe schwerer zu stemmen und noch eine Liegestütz mehr zu können, wenn es das Beste für den Körper ist, wenn er es leicht gemacht bekommt? Mir fehlt da die Logik. Mein Darm ist das beste Beispiel Nach über 50 Jahren Kochkost und zwanzig Jahren schwerstem Übergewicht, war mein Darm natürlich auch in einem desolaten Zustand, als wir auf die Rohkost stießen. Und ganz in Ordnung ist er jetzt, nach über 5 Jahren immer noch nicht. Da liegt noch viel Arbeit, Lernen, Geduld und Liebe vor uns beiden. Wenn man beginnt, sich für schlaues Essen und artgerechte Ernährung zu interessieren, macht es darum Sinn, sich Hilfe zu holen. Wer bereits mit einem chronischen Reizdarm ins rohe Rennen geht, könnte es sich leichter machen, wenn er/sie nicht mit ganzen Möhren, Äpfeln und Kohlgerichten als Hauptnahrungsspeise beginnt. Es gibt so unendlich viel köstliche, mühelose Auswahl, eine so riesige Bandbreite an Gerichten und Abwechslungen, dass ich immer staune, wenn ich von neuen Kunden höre, sie vertragen keine Rohkost. Und auf Nachfragen erfahre, Rohkost bedeutet rohe Möhren, Kohl und andere, für einen geschwächten Darm unverdauliche Gemüsesorten. Dann fangen wir lieber mit all den Köstlichkeiten und Kombinationen an, über die sich der Körper vom ersten Moment an freut und sichtbar jubiliert. Alles andere wäre ja seltsam. Ich habe so viele Menschen kennen gelernt, die mit der Rohkost begonnen haben, WEIL sie schwerste, chronische (hahaha unheilbare) Darmkrankheiten hatten, und sich damit heilten. Man muss dafür aber ein bisschen mehr wissen. Sich kundige Hilfe holen oder lesen, lesen, lesen.

Gekochtes hat keine Vitalstoffe mehr

Aber ganz unabhängig davon, ob der Körper schon so geschwächt ist, dass er seine artgerechte Nahrung nicht mehr ohne Mühe verträgt, bleibt ja das Problem, dass ab 40Grad die meisten Vitamine und alle Enzyme sterben, sowie die Eiweiße degenerieren. Das kennen wir ja alle. Ein Mensch mit über 42Grad Fieber stirbt, weil die Proteine der Zellen degenerieren, Fleisch in der heißen Pfanne verändert sofort seine Struktur und denaturiert, knackiges, kraftstrotzenden Gemüse wird weich und matschig beim Kochen. Da kann man schön am Herd stehen und sich anschaulich vor Augen führen, wie es IN dem Körper aussieht, sobald man ihm diese toten Breie zumutet.

Lebensmittel sollen die Zellen am Leben halten

Das ist der Grund, warum wir essen müssen. Eine gekochte Möhre, die keinerlei Vitamine, Spurenelemente, Enzyme oder andere Vitalstoffe mehr hat, kann natürlich nichts am Leben halten. Da sie nichts mehr anzubieten hat, mit dem der Körper die Zellen nähren könnte.

Gekochte Lebensmittel machen dem Körper Mühe. Er kann mit dem inhaltsfreien Brei seine Arbeit nicht erledigen, weil keine der Materialien mehr enthalten sind, die er dafür benötigt. Zudem ist der Körper evolutionär ja nicht für Zerkochtes ausgerichtet und hat darum keine Möglichkeiten mitgegeben bekommen, mit dem artfremdem Zeug umzugehen. Er muss den Müll irgendwie dringend loswerden, weiß aber nicht wie. Weil die Evolution ihn darauf ja nicht vorbereitet hat. Ein mühevolles Rätsel, das außer dem doofen Menschen kein Lebewesen der Erde, lösen muss. Kein Reh, Hase, Fuchs, Wildschwein käme auf die Idee, sein Essen zu entwerten, zu erhitzen, bevor sie es essen. Und wenn sie in der Natur durch Zufall ihre Kräutlein, Beeren, Rüben roh und gekocht nebeneinander vorfinden würden, wofür würden sie sich entscheiden? Nicht für den Müll. Da Gekochtes leider sofort süchtig macht (übrigens eines, nach Käse, der am schnellsten süchtig machenden Stoffe), kann es sein, dass das arme Reh sich nach einer Weile des gekochten „Genusses“ umorientiert. Aber dann hat es leider auch bald die menschlichen „zivilisierten“ Krankheiten am Hals, die wir für normal halten und die es in der Natur nicht gibt. Ohne diese kranke Verführung sind sie so nah an ihrer eigenen Natur, dass sie genau wissen, welche Vitalstoffe sie gerade brauchen, suchen und essen sie. Roh. Naturbelassen. Inhaltsreich. Und kennen keinen Krebs, Diabetes, Übergewicht oder Osteoporose. Im Gegensatz zu unseren Haustieren, mit ihrem gekochten Fertig Futter.

Mein Möhrenexperiment

 

Eine Schale mit verschimmelten, gekochten Möhren und daneben, frische knackige Möhren
Gekochte versus Rohkostmöhren

Um das Thema einmal bildlich erfahrbar zu machen, habe ich in den letzten zwei Wochen ein kleines Experiment gemacht. Eine Möhre habe ich gekocht, eine habe ich gleichzeitig neben die Schüssel mit der gekochten Möhre gestellt…. Und gewartet. Nach ein paar Tagen bildete sich auf der gekochten Möhre Schimmel, die andere, nicht denaturierte wurde einfach nur trocken. Nach 14 Tagen, war der Möhrenbrei ein Schimmelmeer und die andere Möhre nur unansehlich, aber nach wie vor genießbar. Wenn ich die lebendige Möhre in die Erde legen würde, wüchsen neue Möhren, neues Leben aus ihr. Den Schimmelbrei würde ich der Erde gar nicht zumuten, es entstünde aber auch kein Leben mehr daraus. Weil kein Leben mehr darin ist. Außer dem Leben, dass sich im Schimmel tummelt, natürlich. Gekochtes kann nur eines: verschimmeln. Im und außerhalb des Körpers. Nicht ohne Grund wissen unsere Vorfahren seit Generationen, dass man auf einen Komposthaufen kein gekochtes Gemüse legen darauf. Warum wohl? Weil es nichts anders kann, als zu gammeln. Gesunde, nährende Erde kann daraus nicht entstehen. Aber dennoch haben wir keine Scheu, unseren Körper damit zu füttern. Im Darm wird die Matsche dann schön warm und feucht. Ein gesunder Darm wird sich seiner rasch entledigen, aber wer von uns hat denn heute noch einen gesunden Darm?

Bei uns liegt das Zeug lange mollig warm und feucht in den, seit Jahren, durch falsches Essen, ausgebeulten Darmtaschen …. und gährt. Wie schade. Wo doch frisches Essen auch so viel besser schmeckt. Uns, dem Darm, den Zellen und dem lieben Körper, den wir geschenkt bekommen haben.



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